Was Betonretusche leistet

Betonretusche ist der rein optische Eingriff an bereits erhärtetem Beton. Das Ziel ist nicht, den Beton zu überdecken, sondern seine Anmutung zu erhalten und nur die störenden Abweichungen zurückzunehmen. Eine gute Retusche erkennt man daran, dass man sie nicht erkennt – die Fläche wirkt ruhig, ohne dass sie gestrichen aussieht.

Das unterscheidet die Retusche von einer Beschichtung. Eine Farbschicht deckt alles ab, nimmt der Fläche aber die Tiefe und die Schalhautstruktur; sie muss außerdem irgendwann erneuert werden. Die Retusche arbeitet mit lasierenden, mineralischen Systemen, die in die Oberfläche einziehen und die Struktur sichtbar lassen.

Typische optische Mängel an Sichtbeton

  • Farbunterschiede zwischen Betonierabschnitten, oft durch verschiedene Chargen oder wechselnde Nachbehandlung
  • Wolkenbildung und Marmorierung durch ungleichmäßig saugende Schalhaut oder Trennmittelauftrag
  • Poren und Lunkerfelder, die je nach Lichteinfall unterschiedlich stark auffallen
  • Ausbesserungsstellen aus früheren Reparaturen, die heller oder dunkler abtrocknen als der Bestand
  • Schalhautabdrücke, Grate und Versätze an den Schalungsstößen
  • Rostfahnen und Ausblühungen
  • Schmutzfahnen unter Fenstersimsen und an Wasserabläufen

Farbe ist das Schwierigste an der Retusche

Der Farbton ist bei Sichtbeton keine feste Größe. Er verändert sich mit dem Feuchtegehalt, mit dem Alter der Fläche und mit dem Lichteinfall. Eine Retusche, die am Vormittag bei bedecktem Himmel perfekt sitzt, kann am Nachmittag bei tiefstehender Sonne auseinanderfallen.

Deshalb arbeiten wir grundsätzlich in mehreren dünnen, lasierenden Aufträgen statt in einem deckenden Gang. Das kostet mehr Zeit, ergibt aber eine Fläche, die unter wechselndem Licht ruhig bleibt. Und wir beurteilen das Ergebnis immer im trockenen Zustand bei Tageslicht – eine frisch aufgetragene Lasur sieht nass immer anders aus als nach dem Durchtrocknen.

Die Benetzungsprobe: unterschiedliches Saugverhalten erkennen

Bevor wir mit dem Farbangleich beginnen, prüfen wir das Saugverhalten. Dazu wird die Fläche gleichmäßig benetzt und beim Abtrocknen beobachtet. Stellen, die deutlich schneller oder langsamer abtrocknen als der Bestand, saugen anders – und genau diese Stellen zeichnen sich später wieder ab, wenn man sie nur farblich anpasst, ohne das Saugverhalten anzugleichen.

Dieser Punkt wird in der Praxis oft übersprungen, und er ist der häufigste Grund, warum eine Retusche nach dem ersten Regen wieder sichtbar wird. Wir gleichen das Saugverhalten deshalb mit an, in der Regel über eine abschließende Hydrophobierung der gesamten Ansichtsfläche, nicht nur der behandelten Stellen.

Arbeitsschritte einer Betonretusche

Zuerst wird die Fläche gereinigt, meist drucklos oder mit niedrigem Druck, damit die Zementhaut nicht beschädigt wird. Bei stärkerer Verschmutzung kommt eine Betonreinigung davor. Anschließend werden Poren und Fehlstellen mit mineralischem Feinspachtel geschlossen und bündig abgezogen; tiefere Ausbrüche vorher mit Reprofiliermörtel nach DIN EN 1504-3 aufgefüllt.

Danach folgt der Farbaufbau in mehreren Lagen: erst eine Grundlasur, die den Gesamtton der Fläche vereinheitlicht, dann punktuelle Angleichungen an den auffälligen Stellen. Zum Schluss die Schutzbehandlung. Zwischen den Lagen muss jeweils vollständig durchgetrocknet werden – Retusche lässt sich nicht sinnvoll beschleunigen.

Erprobungsfläche und Abnahme

Wie bei jeder Sichtbetonarbeit legen wir eine Erprobungsfläche an, an der Farbton, Struktur und Glanzgrad eingestellt und von Ihnen freigegeben werden. Die Fläche bleibt bis zur Abnahme als Referenz stehen.

Für die Beurteilung gilt das, was das DBV-Merkblatt Sichtbeton vorgibt: aus dem üblichen Betrachtungsabstand, bei diffusem Tageslicht, an der trockenen Fläche. Diesen Maßstab halten wir vorher schriftlich fest, damit bei der Abnahme nicht plötzlich mit Streiflicht geprüft wird.

Wann eine Retusche nicht mehr reicht

Wir sagen es offen: Wenn die Abweichungen so großflächig sind, dass am Ende die gesamte Ansichtsfläche überarbeitet werden müsste, ist eine durchgehende Lasur oder Beschichtung ehrlicher und meist günstiger als eine flächige Retusche. Und wenn hinter den optischen Mängeln ein bautechnisches Problem steckt – korrodierende Bewehrung, arbeitende Risse, eindringende Feuchtigkeit –, muss das zuerst gelöst werden. Eine Retusche darüber wäre nur ein Aufschub.

Was eine Betonretusche kostet

Der Aufwand hängt vom Zustand der Fläche ab, nicht allein von ihrer Größe. Eine gleichmäßig hergestellte Wand mit einzelnen Poren ist in einem Arbeitsgang erledigt; eine Fläche mit starker Wolkenbildung und zahlreichen Altausbesserungen braucht mehrere Lagen und deutlich mehr Zeit für den Farbabgleich. Dazu kommen Zugänglichkeit, geforderte Sichtbetonklasse und Termindruck.

Wir nennen deshalb keine Quadratmeterpreise ins Blaue. Nach Besichtigung oder anhand aussagekräftiger Fotos bekommen Sie ein Festpreisangebot; die Erstberatung kostet nichts.

Betonretusche vom Meisterbetrieb aus Dortmund

Wir arbeiten seit dem Jahr 2000 im Betonbau, als Familienbetrieb aus Dortmund und bundesweit auf Baustellen. Auftraggeber sind Generalunternehmer und Bauunternehmen unter Abnahmedruck, Architekturbüros mit gestalterischem Anspruch, Hausverwaltungen und private Bauherren.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Fall eine Retusche oder eine Betonkosmetik im weiteren Sinne ist: Schicken Sie Fotos, wir sagen Ihnen, was nötig ist. Angebot anfragen.