Rohbau

Rohbau
Der Rohbau ist das in seiner äußeren Kontur inklusive Dachkonstruktion fertiggestellte Gebäude. Es fehlen noch die Fenster, die Fassadenverkleidung und der Innenausbau. Das Gebäude ist dementsprechend noch nicht nutzbar. Die Rohbauarbeiten schließen mit der Aufstellung des Dachstuhls ab, dann wird das Richtfest mit dem Bauherren gefeiert.

Rohbau: Abnahme

Diese Bauphase wird deshalb so abgetrennt, weil anschließend eine Abnahme durch den Prüfstatiker erfolgt. Erst wenn dieser keine Fehler feststellt, kann der Innenausbau erfolgen. Sollte dieser nicht möglich sein, weil der Prüfstatiker gravierende Mängel feststellt und der Bauherr das Projekt daher abbricht oder auch weil dem Bauherren finanzielle Mittel für die Fortführung fehlen, entsteht eine Bauruine: ein Bauwerk im Rohbauzustand. Dieser Fall ist in Deutschland sehr selten, in anderen Ländern jedoch häufiger anzutreffen.

Wer plant den Rohbau?

Seine Planung gehört zur gesamten Planung des Architekten. Das ist nötig, weil die Rohbauplanung maßgeblich für ein funktionierendes Tragwerk des Gebäudes ist. An der Bemessung der Bauteile und der Tragwerksplanung ist ein Fachingenieur für Statik beteiligt. Für größere Bauvorhaben kann ein Generalunternehmer die Rohbauerstellung vornehmen. Dieser koordiniert die verschiedenen Gewerke. Das Rohbaugewerk ist das Bauhauptgewerk. Beteiligt sind je nach Konstruktion und Baumaterial mehrere Gewerke:

  • Stahl- und Stahlbetonbau
  • Zimmerei und Holzbau
  • Mauerwerksbau

Rohbau: die Arbeitsschritte

Der erste Schritt des Rohbaus ist die Legung des Fundaments. Es gibt die Stabilität des zu bauenden Gebäudes maßgeblich vor. Fundamente können unter anderem als Streifen- oder Punktfundamente bzw. mit Fundamentplatten erstellt werden. Wofür sich das Bauunternehmen entscheidet, hängt von der nötigen Belastbarkeit des Gebäudes und der Tragfähigkeit des Untergrundes ab. Elemente des Fundaments sind Platten, bei einem Pfahlfundament Pfähle, ansonsten Träger und Steine bzw. im modernen Hochbau hauptsächlich Stahlbeton. Durch das Fundament lässt sich eine leichtere Struktur am massiven fundamentalen Träger befestigen. Dementsprechend ist das Fundament schwerer, schwingungsfester und steifer als der Überbau. Es verhindert eine unbeabsichtigte Verformung oder Bewegung der Rohbaustruktur. Grundsätzlich muss das Fundament Sicherheit gegen Grundbruch gewährleisten. Hierfür wird es bemessen. Es ist eine Schnittstelle zwischen den verschiedenen Struktur- und Funktionsbereichen des Rohbaus. Es gibt auch Sonderformen, die als elastische Fundamente Strukturen entkoppeln. Der zweite Schritt im Rohbau ist das Hochziehen der Außen- und Innenwände. Die verwendeten Materialien für die Wände richten sich nach der gewünschten Stabilität sowie den nötigen Wärme- und Schallschutzeigenschaften. Der dritte Schritt ist der Bau von Treppen und Geschossdecken. Mit der Dachkonstruktion als viertem Schritt schließt der Rohbau ab.

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